Ethnien und Kulturen
Die Revolution von Glolé
Die Revolution von Glolé
Das Projekt Stadt an der Elfenbeinküste. Nach Kanawolo folgt jetzt Glolé, ein kleines Dorf in der Nähe von Man, in dem auf dem Hintergrund von Aktion und Kontemplation ein ganzes Dorf wieder aufblüht.
Von Gueu Séraphin – Man, Elfenbeinküste
Glolé, ein kleines Dorf mit 2.000 Einwohnern liegt in einem Urwaldgebiet in der Nähe von Man im Westen des Landes und ca. sieben Kilometer von der Asphaltstraße entfernt. Als im Jahr 2000 einige Familien das Ideal der weltweiten Geschwisterlichkeit kennen lernten, kam es dort zu einer allmählichen, aber entscheidenden Veränderung des Lebens. Plötzlich begann man sein eigenes Dorf mit anderen Augen zu sehen. Man entdeckte im gemeinsamen Engagement auf einmal Möglichkeiten, weil man dasselbe Ziel anstrebte.
Weil man den Menschen helfen wollte, sich aus der Armut „zu befreien“, bemühte man sich, ihnen solche Beschäftigungen vorzuschlagen, die der ökonomischen Entwicklung des Dorfes dienen sollten.
Hier nun einige kurze Informationen:
Nach Glolé wird jeden Monat das Wort des Lebens geschickt, ein Kommentar zu einem Satz des Evangeliums, in dem Chiara Lubich (Gründerin der Fokolar-Bewegung, Hinweis der Red.) vorschlägt, wie das Wort im Alltag konkret umgesetzt werden kann.
Dank dieser, Nahrung’ ist es möglich, jedes Mal wieder zu entdecken, welche Kraft im Evangeliums steckt, wenn es zum täglichen Begleiter wird. Auf dieser Grundlage ist es gelungen, einige kulturelle Vorgänge im Dorf zu ändern, weil sie nicht mit den darin vorgeschlagenen Anregungen übereinstimmen. Dieses Verhalten eröffnet den Bewohnern einen Weg, der immer mehr zu einer universellen Geschwisterlichkeit führt.
Für das Dorf liegt uns in erster Linie das Gesundheitswesen am Herzen. Zunächst hilft man den Bewohnern, ihre eigene Situation unter die Lupe zu nehmen. Deshalb wird ein Ernährungsprogramm vorgeschlagen und durchgeführt, um der Unterernährung der Kinder in der ganzen Region Herr zu werden. Zur Behebung akuter Nöte unterstützt man auch finanziell. Da gerade in dieser Gegend die Kindersterblichkeit noch eine sehr hoch ist,, beschließen einige Frauen, sich als Hebammen zu betätigen.
Ein weiterer wichtiger Bereich zum Unterhalt der Bevölkerung ist die Landwirtschaft. Deshalb wurde eine „Reis-Bank“ gegründet, auf der auch die Bedürftigsten ‚abheben’ können. Von allen Dörfern wurde diese Praxis übernommen, weil dadurch die Vorräte aufbewahrt werden, um bei dringendsten Nöten abzuhelfen. Man erwirbt dafür zwei Hektar Land, auf dem für die ganze Kommunität Reis angebaut wird.
Aus den Einkünften der Verkäufe kann man die Schulausgaben der ärmsten Kinder decken oder sie für andere dringende Bedürfnisse der Kommunität nutzen. Zusätzlich hat man auch noch mit einer Palmölproduktion begonnen.
Viele Menschen wurden auf diese geistige und konkrete Gemeinschaft aufmerksam, so dass auch sie ihren eigenen Beitrag leisten. Dadurch war es möglich, das notwendige Fahrzeug zu erwerben für den Krankentransport in das nächste Gesundheitszentrum oder für die Arbeit in der Landwirtschaft.
Es ist bemerkenswert, wie viel gebaut wurde, so dass jede Familie im Dorf eine Wohnung beziehen konnte. Zusätzlich errichtete man die sogenannte „Häuser für Fremde“ ein, damit auch jemand, der auf der Durchreise ist, immer ein Dach über dem Kopf haben kann. Als diese Unterkunft errichtet wurde, ließ man sich von folgendem Satz aus dem Evangelium leiten: „…was immer ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan (Mt. 25, 40,45).
Dank dieser Gemeinschaft vollzieht sich eine echte Wende in Glolé und Umgebung. Auch für hier wünschen wir uns, dass sich - wie in Fontem - das „Wunder im Urwald“ vollzieht, das jeden Menschen die Liebe Gottes entdecken lässt und das Leben vor Ort immer anziehender macht.
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