NEUE GESELLSCHAFT

Gesundheit und Ökologie

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Was heißt es, neben einem psychisch verhaltensmäßig gestörten Menschen zu leben? Lässt sich gemeinsam ein Weg finden, seine psychische Gebrechlichkeit möglichst gut anzunehmen? Die Kommunität von Sevilla berichtet.

M.Carmen Uriol, Barcelona

 „Die Kranken sind die Therapie, die Gott verwendet, um die Gesunden zu heilen“, hat Mutter Theresa oft zu ihrer Erfahrung mit der Pflege von Kranken, den Ärmsten, Schwachen und Einsamen gesagt.

Einem Kranken beizustehen, ist allerdings leichter gesagt als getan. Wenn der Schmerz an deine Tür klopft, wird alles komplizierter. Wenn die Krankheit dann ein mentales Gebrechen ist, macht die ganze Familie eine echte Revolution durch. Man spricht wenig darüber, in manchen Kulturen ist so etwas fast eine Schande.

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Sevilla im Herzen von Südspanien: Eine Mutter weint in einer Kirche, ihr Sohn hat solch eine Erkrankung. In ihrer Verzweiflung möchte sie etwas tun, wenigstens den Schmerz mit jemandem teilen, der sie verstehen kann, in derselben Lage ist. Daraus entsteht die Gruppe „Insieme possiamo“ („Gemeinsam schaffen wir es“).
Anfänglich besteht sie nur aus drei Personen, die Freude und Leid in der Begleitung geisteskranker Angehöriger miteinander teilen. Die Gruppe wächst, erweitert zugleich ihre Kenntnis über bipolare Störung, Schizophrenie, darüber, wie Empathie gegenüber den Problemen des anderen aussieht. 

Auch eine Krankenschwester mit Spezialausbildung in der Pflege von Geisteskranken hilft der Gruppe, die Probleme besser zu erkennen und sicherer mit ihnen umzugehen. 

Reyes ist Vater von D, dessen Erkrankung ihn oft sehr aggressiv macht, und von Carmen, die an Magersucht und geringem Selbstwertgefühl leidet. Als sie schwanger wird, verstößt sie der Mann. Sie nimmt das Studium trotz aller Mühe wieder auf. Sie gehört jetzt zu einer Vereinigung, durch die sie lernt, gemeinsam mit der Familie mit der Krankheit umzugehen.

Die Stärke der Gruppe liegt in der starken Anteilnahme und Einheit aller. Die Mitglieder wissen, dass sie aufeinander zählen können, nicht allein sind, sondern dank dieses „Netzwerks“ die Kraft bekommen, weiterzumachen und die besten Lösungen zu finden.

Eine weitere Kraftquelle ist die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, die im Umkreis sich mit diesen Themen befassen, eine „Teilnahme, die uns sehr bereichert, weil man sich austauscht über Meinungen, Schwierigkeiten und Fortschritte, wobei unsere Aufmerksamkeit für die Menschen, die leiden, wächst“.

Rocio ist Mutter von JM, einem  achtzehnjährigen Autisten. Sie berichtet: „Unsere Erfahrung  bündelt die Kräfte und Talente eines jeden. In all diesen Jahren haben wir mit der öffentlichen Verwaltung zusammengearbeitet, um die wichtigsten Dienstleistungen sicherzustellen. So entstanden in der Zivilgesellschaft Vernetzungen zwischen  Kranken, Familien, Verbänden und staatlichen Stellen.“

 „Gemeinsam schaffen wir es“ – mehr noch als ein Name ist das eine Methode, die bis dato unerhörte Lösungen möglich macht und vielen Familien vor Ort neue Hoffnung gibt.

 

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