NEUE GESELLSCHAFT

Gesundheit und Ökologie

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Marcel Mbula ist Arzt in Kinshasa, in der Demokratischen Republik Kongo. Er engagiert sich in der Prävention und Behandlung von AIDS. Heute leiden Zigtausende von Menschen  auf dem ganzen Kontinent an der Immunschwächekrankheit. Gemeinsam mit anderen Ärzten stellt Mbula im Rahmen eines NRO-Projekt im Gesundheitswesen vor allem die Ärmsten in den Mittelpunkt ihres Handelns. 

  

 

 

Marcel Mbula, Kinshasa, Demokratische Republik Kongo 

AIDS ist eine der großen Geißeln Afrikas. Ich bin Facharzt für Infektionskrankheiten und arbeite seit 26 Jahren mit HIV-positiven und AIDS-Patienten. In Kinshasa, der Hauptstadt meines Landes, bin ich Referent für dieses Krankheitsgebiet in dem Krankenhaus, in dem ich arbeite.

Sehr früh im Leben habe ich gelernt, an der Umwandlung der Gesellschaft, in der ich lebe, teilzunehmen und mich für andere zu interessieren.  Dazu stelle ich meine Kompetenz in den Dienst der gesamten Gesellschaft. Ich bin Arzt geworden, um mich meinen Geschwistern zur Verfügung zu stellen.

Nach Abschluss des Medizinstudiums sah ich mich einer großen Herausforderung gegenüber. In Afrika waren bereits damals die Mittel sehr knapp, und zum Überleben musste man in internationalen Organisationen oder in Privatkliniken arbeiten. Viele meiner Kollegen emigrierten in die USA oder nach Europa.

Aufgrund meiner Entscheidung am Anfang und auch im Einverständnis mit meiner Frau haben wir beschlossen, im Land zu bleiben, die sich abzeichnende dramatische Situation – auch wegen der Korruption - , anzunehmen, um für die erkrankten Armen da zu sein.

Ermutigt hat mich dabei immer die Zusammenarbeit mit anderen Ärzten, die dieselbe Entscheidung wie ich getroffen hatten und wie ich vom selben Ideal der weltweiten Geschwisterlichkeit überzeugt waren. Gemeinsam wollten wir dem Kranken den ersten Platz geben und im Austausch miteinander haben wir verstanden, was zu tun war.

Sicher hatten wir anfangs auch eine gewisse Angst vor Ansteckung. Die schlechten hygienischen Bedingungen sowie die fehlenden sanitären Strukturen boten uns keinerlei Schutz.

Hinzu kam, dass wir aufgrund der großen politischen und sozioökonomischen Krise keinerlei Hilfe bekamen, weder vom Staat, noch aus internationaler Zusammenarbeit.

Mit dem Kriegsausbruch kamen dann noch die vielen Dramen hinzu, die jeder Konflikt mit sich bringt. Wir hatten große Schwierigkeiten bei der Versorgung der Aidskranken, aber wir haben weitergemacht, denn wir hatten den Eindruck, dass sie diese Geringsten waren und  uns Gelegenheit boten, das Evangelium zu leben.

Wir haben unser Projekt in zwei Richtungen umgesetzt: Aidsbehandlung und Aidsprävention. Mit Hilfe von AMU, der NRO der Fokolar-Bewegung, konnte eine komplette Krankenhausstruktur mit Untersuchungslaboratorium errichtet werden. Ein Grundversorgungsprogramm mit besonderen Medikamenten wurde eingerichtet, wozu endlich auch den Ärmsten in Afrika der Zugang gesichert war.

Wir haben Aufklärer und Verbreiter ausgebildet;  sie sollten auf psychologischer, soziologischer und moralischer Ebene bei Jugendlichen und Familien tätig werden, für vollständige Information über Ansteckung und Prävention der Krankheit sorgen, um so eine Verhaltensänderung der Bevölkerung zu bewirken.

Dieses sozialmedizinische Projekt umfasst auch die Entwicklung produktiver Tätigkeiten zur Verbesserung der Grundernährung. Das wiederum bedeutet eine psychosoziale Stütze für die Familien.

Wir Ärzte sehen in unserer Gruppe, dass dies ein kleiner, aber klar gezeichneter Weg ist, um zur Verbesserung der Zustände in unserem Land beizutragen. Schließlich gehören wir alle zu einer einzigen Familie.

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