NEUE GESELLSCHAFT

Gesundheit und Ökologie

Torneo-AbruzzoAm 6. April dieses Jahres wurden die Abruzzen von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Obwohl Schmerz und Entbehrung die Atmosphäre prägten, setzten gerade die Jüngeren in ihrer Einfachheit und in ihrem Enthusiasmus Energien frei, die ansteckend wirkten. Sie bewiesen, dass aus jedem Hindernis eine Möglichkeit zu neuem Leben erwächst und man auch dem Freude schenken kann, der Schmerzliches erfahren hat. Die Berichte der Heranwachsenden aus Roseto in den Abruzzen geben ein beredtes Zeugnis davon.

Betrag der Gemeinschaft von Roseto in den Abruzzen (Te) - Italien

Wir sind eine Gruppe von Jungen und Mädchen aus den Abruzzen. Wir fühlen uns herausgefordert, das Leben, besonders die Momente von Freud und Leid mit allen zu teilen, denen wir begegnen.
Auch wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass unsere Stadt für alle schöner wird. Das geschieht, wenn wir wie Geschwister miteinander leben und vor allem die Sorgen der Notleidenden teilen.

Deshalb wollten wir nach dem Erdbeben, das die Abruzzen heimgesucht hat, im Rahmen unserer Möglichkeiten am Schmerz, an den Schwierigkeiten und Ängsten der Betroffenen Anteil nehmen.

Nach den ersten Hilfsmaßnahmen arbeiteten wir Seite an Seite mit unseren Geschwistern aus L’Aquila an den Orten, wo die Obdachlosen untergebracht waren.
Dabei begegneten wir vielen Gleichaltrigen, und wir fragten uns, wie wir die Wartezeit bis zum Wideraufbau nutzen könnten.

Antonio, ein Vater aus Aquila, war von der Solidarität und dem konkreten Einsatz unserer Freunde so beeindruckt, dass ihm trotz seiner Verletzungen auch etwas einfiel, was er für andere tun könnte. Auf Grund seiner Erfahrungen als Trainer schlug er uns vor, ein Fußballturnier zu organisieren, um etwas für die Jugendlichen aus Aquila zu tun, die in den Hotels entlang der Küste untergebracht waren.

Dieser Vorschlag begeisterte uns sofort, denn es gibt kaum ein wirksameres Mittel, Familie zu schaffen und neue freundschaftliche Beziehungen aufzubauen als den Sport. In Zusammenarbeit mit Sportmeet, einem Netzwerk von Sportlern und Engagierten, das sich für die Entwicklung einer neuen Kultur im Sport einsetzt und sich an der weltweiten Geschwisterlichkeit orientiert, veranstalteten wir ein „Turnier des Herzens“. An dieser Minimeisterschaft beteiligten sich mehr als zehn Mannschaften aus Aquila, Roseto in den Abruzzen und Pescara.

Von allen Seiten erhielten wir T-Shirts, Sportschuhe, Preise und Medaillen. Es wurde ein echtes Fest. Der Wunsch, das Turnier zu beginnen, war so groß, dass die ersten Spiele trotz strömenden Regens stattfanden! 

Bekanntlich wird in Italien der Fußball als ein kleiner Krieg verstanden. Bedenkt man dazu noch die angestauten Spannungen jedes Einzelnen in diesen Tagen, konnte dieser Wettkampf als ein riskantes Unternehmen erscheinen. Aber am Ende siegten Freundschaft und Geschwisterlichkeit.
Jedem wurde bewusst, dass die Freude über einen Sieg höchstens eine Woche andauern würde, aber das Schöne einer dauerhaften Freundschaft das ganze Leben bereichern kann.

So wurden Beziehungen. Untereinander geknüpft. Mit vielen verabredeten wir uns zu einer „Schatzsuche“, mit anderen trafen wir uns in unseren Städten, um gemeinsam Pizza zu essen.

Wir entdeckten auf diese Weise, wie leicht es ist, etwas für unsere Stadt zu tun. Sie ist gerade dort, wo alles miteinander geteilt wird, wo die Freuden sich vervielfältigen und Schmerzen gemeinsam getragen werden! Dank der anderen wird auch unsere Stadt schöner, weil die Beziehungen unter uns schöner geworden sind.

Wir sind überzeugt, dass aus unserer Stadt ein neues L’Aquila entstehen wird, nicht nur schöner und stärker in Mauern und Fundamenten, sondern auch an menschlichen Werten und Beziehungen, denn wir haben erlebt, „dass der Bruder, der Hilfe von seinem Bruder erhält, eine befestigte Stadt wird!“

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