NEUE GESELLSCHAFT

Gesundheit und Ökologie

Youth_CampaignIn einem reichen und üppigen Land wie Uganda gehört die Erziehung der Bevölkerung zu einem
ökologischen Verhalten zu den Hauptproblemen. Deshalb schlagen die Jugendlichen für eine geeinte Welt „Youth Campain“ ein Projekt zur Sensibilisierung und zum Schutz der Umwelt vor. Mit Abfalleimern und Säcken sowie Flugblättern ausgerüstet, gelingt es ihnen, Menschen und Institutionen mit einzubeziehen.

Jugendliche aus Kampala-Uganda

Uganda ist ein kleiner Staat zwischen Kenia und dem Sudan. Außer Bananen- und Kaffee-Plantagen gedeiht dort alles, was das Herz begehrt. Man rühmt seinen Reichtum an natürlichen Ressourcen weit über das eigene Land hinaus. Auf Grund unzähliger Seen und Flüsse besitzt es fruchtbaren Boden und ein mildes Klima. Deshalb sagt man, was in Uganda gesät wird, wächst immer.

Wir sind jedoch in Sorge, wie lange sich dieser Status noch halten kann. Durch die ständig anwachsende Bevölkerungsdichte in den Städten verändert sich auch die Schönheit der Natur. Der ungebremste Gebrauch von Materialien aus Polyäthylen und das gleichgültige Verhalten der Menschen im Hinblick auf die Abfallbeseitigung lassen unsere Städte langsam verkommen.

Seit Ende November 2002 versuchen wir Jugendlichen, die sich auch in diesem Fleckchen Erde für die weltweite Geschwisterlichkeit engagieren, eine neue Strategie für unsere Städte und unser Land zu entwickeln. Im Umweltproblem stellt sich eine der massivsten Herausforderungen. Wir spürten ganz stark, uns dem zu stellen und entschlossen uns für den Start einer Kampagne zum Erhalt unserer Umwelt. Kampala als Hauptstadt schien uns für den Start am besten geeignet.

Zunächst wollten wir eine Sensibilisierung für diese Thematik in die Wege leiten. Wir begannen damit in Schulen, Kirchen, unter den Markthändlern, aber auch in den Supermärkten und auf den Straßen der Stadt. Mehr als 100 Jugendliche beteiligten sich und wurden von Professoren und Mitarbeitern des Umweltministeriums geschult, um auf Fragen die nötigen Informationen geben zu können.

Außerdem wurden Prospekte und Aufkleber in verschiedenen Bezirken der Stadt verteilt. Sie erklärten den sogenannten „Dekalog, das Einmaleins der Natur“ das heißt die zehn Regeln zur Bewahrung der Umwelt. Bald schon fragten sich die Leute gemeinsam mit Vertretern der Regierung, wer denn hinter dieser Initiative stehe. Erstaunt mussten sie feststellen, dass es ganz normale Menschen sind, einfach nur Jugendliche ohne großen Besitz, doch mit dem Wunsch, vieles bewirken zu wollen. Ausgehend von den konkreten Lebensbedingungen der Bevölkerung, schlugen sie ein neues Modell des Zusammenlebens vor, das ganz auf Beziehungen der Geschwisterlichkeit und Gegenseitigkeit basiert.

Das Projekt weitete sich aus; wir beschlossen, die zwei größten und schmutzigsten Märkte von Kampala zu säubern. Zunächst half uns niemand, weil die Händler meinten, Politiker ständen dahinter und würden uns für diese Arbeit bezahlen. Aber am Abend kam es zu einer kleinen Wende. Durch unseren Einsatz motiviert, wandelte sich auch das Verhalten einiger Verkäufer, die nun mehr und mehr zu unseren Mitarbeitern wurden.

Die zweite Phase fiel mit der „Aktion Mülleimer“ zusammen. Mehr als 50 Abfalleimer wurden in Schulen, Parks und Kirchen verteilt. Man informierte die dortigen Bewohner und versuchte sie für die Abfallbeseitigung zu sensibilisieren.

Über unsere Aktivität berichtete schließlich das staatliche Fernsehen. Diese Sendung setzte einen Verständnisprozess in Gang. Unser Vorschlag trägt allmählich dazu bei, die Mentalität der Menschen zu verändern.

Dabei stellten wir fest, dass nur wenig ausreicht, um etwas zu bewirken. In erster Linie müssen sich unsere Beziehungen ändern, nämlich immer offen und bereit zu sein für die Nöte des Anderen. Als wir uns dann 2009 für drei Tage mit den Kommunitäten von Bushenyi, Mbarara, Masaka, Gulu, Kampala und Fortportal trafen, entschieden wir gemeinsam mit den Institutionen und der Universität, erneut das Format „Youth Campaign“ zum Schutz der Umwelt zu lancieren.


Samstag, der 9. Mai 2009, war dann der Tag von Kinawataka, einer besonders schmutzigen Gegend der Stadt, die wir uns diesmal vorgenommen hatten. Es handelte sich dort um ein Barackenviertel der Vorstadt von Kampala, in der sich die Cholera häufig auf blutige Weise zeigt, besonders während der Regenzeit.
In dieser übervölkerten Region sind die Menschen bitterarm. Sie denken sich tausenderlei Erwerbsmöglichkeiten aus, nur um zu überleben. Dadurch stiegen die Abfallmengen im Laufe der Zeit enorm. Das Problem verschärfte sich auch deshalb, weil die Institutionen sich absolut nicht um die dortige Situation kümmerten.

Durch den Konsum verschmutzter Nahrung und unreinen Wassers sowie durch die dürftigen hygienischen Bedingungen kam es unvermeidlich zu vielen Krankheiten. Besonders auch durch heftige Ausbrüche von Ruhr erhöhte sich die Zahl der Todesfälle in dieser Gegend. Es war dringend notwendig, etwas für diesen Bezirk zu unternehmen, der als Schandfleck unserer Stadt gilt.

An der dortigen Säuberungsaktion beteiligten sich 50 Personen, Jugendliche, Erwachsene, Kids, alle, die zur Kommunität dieser Gegend oder der benachbarten Städte gehören und die sich auch dem Ziel der Geschwisterlichkeit angeschlossen haben.
Zum praktischen Teil der Abfallsammlung gehörte auch, dass die Bewohner ein Gespür für dieses Anliegen entwickeln. Deshalb erklärte man durch Flugblätter und Ansagen per Megaphon, wie das Umfeld sauber gehalten werden kann. Gleichzeitig baten wir die Ansässigen, die Aktion zu unterstützen, um miteinander ihre Lebensbedingungen verbessern zu können. Auch die Stadtverwaltung zeigte Interesse und schickte einen LKW für die Müllabfuhr.

Um dort Hygiene garantieren zu können, müsste man wenigstens alle zwei Monate die Maßnahme wiederholen. Das heißt auch, die Aufklärungskampagne weiterzuführen, die riskanten Regionen auszumachen und der Bevölkerung das nötige Material wie Abfallsäcke und Tonnen zur Verfügung zu stellen. Mit der Stadtreinigung gilt es, die verschiedenen Aktivitäten zur Müllbeseitigung abzustimmen und ihre Hilfe dort in Anspruch zu nehmen, wo wir selbst nicht hinkommen können.

Nie zuvor kam es uns in den Sinn, einmal einen Slum zu säubern. Aber jetzt sind wir sehr froh, dass wir damit begonnen haben. Das Evangelium ist ja konkret und modern, es kann alles bewirken und verändern. Dies zeigte sich auch an der intensiven Mitarbeit der Anwohner, die immer mehr zum aktiven Teil des ganzen Projekts werden.

© Photo Copyright Cristoffercrusell, Creative Commons License



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