NEUE GESELLSCHAFT

Wirtschaft und Arbeit

 

Caritas-in-Veritate1


 

Auch in dieser Enzyklika lädt Benedikt XVI. dazu ein, mehr und besser für die Stadt zu arbeiten. Als Kommentar zu den Worten des Papstes schlägt der Bürgermeister von Turin, Sergio Chiamparino, ein neues Bürgerbündnis vor, das die Bürger und ihre Vertreter in gemeinsamem Einsatz verbindet.

 

 

 

 

Paolo Balduzzi

“Caritas in Veritate zeichnet sich in Dichte des Denkens und des Wortes aus und hat dabei die Menschen und nicht nur die Sachverhalte im Blick, die Werte und nicht nur die Techniken (...) Wir brauchen einen neuen Pakt der Bürger (...). Zu einem neuen Kompromiss zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft kann es nur durch Annäherung der Verantwortung von Gewähltem und Wähler kommen“,kommentierte Sergio Chiamparino die Enzyklika  “Caritas in Veritate” von Benedikt XVI. (Osservatore Romano, 31.07.09).

Ratzingers Text  bezeichnete er als wichtige Richtlinie für alle, die, ob gläubig oder nicht, sich für eine neue Zivilisation in Wirtschaft und Gesellschaft einsetzen wollen.
Chiamparino hat in seiner Analyse das Neue herausgestellt, das die Enzyklika vor allem aus ökonomischer Sicht vorschlägt. Dabei stellt er auch dar, wie jedes positive Resultat, das in einem partiellen Bereich des Gemeinwesens erreicht wird, sich notwendigerweise auch auf andere Bereiche auswirkt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines echten „Bürgerpaktes“ unter Istitutionen, Privatpersonen, Netzwerken sowie das Zusammenwirken von Familien und Einzelpersonen. Damit können Synergieeffekte geschaffen werden, die menschliche und wirtschaftliche Ressourcen bereitstellen. So kann der Bürgersinn unter allen Mitgliedern einer Gemeinde gefördert werden, und die Lebensqualität des Einzelnen hängt damit auch von der des anderen ab.Caritas-In-Veritate2

Nach diesen wichtigen Vorbemerkungen können wir unter anderen drei Passagen als Beitrag zur Reflexion über unser “Stadtprojekt” ansehen. Sie ergeben sich alle aus Kapitel 7.

“Großer Wert muss dem Gemeinwohl zukommen. Jemanden lieben bedeutet, sein Wohl wollen und sich wirkungsvoll dafür einsetzen. Neben dem Wohl des Einzelnen gibt es ein Wohl, das an das Sozialleben der Menschen geknüpft ist: das Gemeinwohl. Dies ist das Wohl von „uns allen“, Einzelpersonen, Familien, Vermittlergruppen, die sich in Gemeinwesen zusammenfinden. (...)"

Weiter heißt es:

“Der Einsatz für das Gemeinwohl bedeutet einerseits Sorge um und andererseits Gebrauch machen von dem Gefüge an Strukturen, die juridisch, zivil, politisch, kulturell das Sozialwesen strukturieren, so dass es die Gestalt der Polis, der Stadt annimmt. Den Nächsten liebt man umso wirkungsvoller, je mehr man sich für das Gemeinwohl einsetzt, das den realen Bedürfnissen entspricht (...)  Dieser institutionelle –bzw. politische - Weg ist nicht weniger qualifiziert und wirkungsvoll als die Liebe, die unmittelbar einem Nächsten außerhalb der institutionellen Vermittlung durch die Polis gilt. Wenn die Liebe ihn beseelt, ist der Einsatz für das Gemeinwohl von höherem Wert als ein rein weltlicher und politischer”. (....)

Schließlich:

“Wenn das Handeln des Menschen auf Erden von der Liebe inspiriert und genährt ist, trägt es zum Aufbau der weltumspannenden Stadt Gottes bei, auf die sich die Geschichte der Menschheit hinbewegt. In einer Gesellschaft auf dem Weg zur Globalisierung kann es nicht anders sein, als dass Gemeinwohl und Einsatz dafür die Dimensionen der ganzen Menschheitsfamilie annehmen, also der Völker- und Nationengemeinschft; damit soll ja die Stadt des Menschen die Gestalt von Einheit und Frieden erhalten:  in gewissem Sinn ist sie ein Stück Vorwegnahme der grenzenlosen Stadt Gottes.”




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